Aus dem Schulalltag - Mittwoch, 20. Mai 2026

Lernreise nach Oberösterreich: Geschichte verstehen, Menschlichkeit leben

Am 18. und 19. Mai 2026 begab sich der Kurs 23/26 B der Schule für Pflege des Klinikums Dritten Orden auf eine fachspezifische Exkursion nach Oberösterreich. Die zweitägige Lernreise verband die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte des Pflegeberufs mit Einblicken in moderne Konzepte der Begleitung und Unterstützung von Menschen mit Behinderung.

Ein erster Programmpunkt war der Besuch der Lern- und Gedenkstätte Schloss Hartheim. Als einer der zentralen Orte der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen erinnert Schloss Hartheim an die Opfer eines der dunkelsten Kapitel der deutschen und österreichischen Geschichte. Die intensive Auseinandersetzung mit den historischen Ereignissen bewegte die Auszubildenden und Lehrkräfte gleichermaßen. Gleichzeitig wurde deutlich, welche besondere ethische Verantwortung Pflegefachpersonen tragen und wie wichtig es ist, die Würde jedes Menschen zu schützen und zu bewahren.

Einen hoffnungsvollen Kontrast bildete der anschließende Besuch der Einrichtung Assista in Altenhof. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in eine moderne, inklusive und selbstbestimmte Begleitung von Menschen mit Behinderung. Im Austausch mit den Mitarbeitenden wurde erlebbar, wie Teilhabe, Selbstbestimmung und individuelle Förderung im Alltag umgesetzt werden und welche Bedeutung eine wertschätzende Haltung in der Pflege und Betreuung hat.

Die Exkursion hinterließ bei allen Beteiligten einen nachhaltigen Eindruck. Sie machte deutlich, dass fachliche Kompetenz und pflegerisches Handeln untrennbar mit Menschlichkeit, Respekt und Verantwortung verbunden sind. Die Erfahrungen dieser beiden Tage werden die angehenden Pflegefachkräfte auf ihrem weiteren beruflichen Weg begleiten, mit der klaren Erkenntnis, dass die Würde des Menschen in der Pflege immer an erster Stelle stehen muss.



Über den Autor "Ronald Seidl"

Stellv. Schulleitung

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